Petite Arvine
Die emblematische Walliser Rebsorte auf Granitboden von Fully
Ein einzigartiger Granitboden
Die Petite Arvine der Cave du Bonheur wächst auf den Granitböden der Follatères in Fully. Dieser in der Schweiz seltene Boden verleiht dem Wein eine gespannte Mineralität und eine bemerkenswerte Frische trotz außergewöhnlicher Sonneneinstrahlung.

Eine Rebsorte mit tiefen Wurzeln
Die Petite Arvine ist im Wallis seit 1602 dokumentiert — erste Erwähnung in einem Pachtvertrag vom 18. April 1602, der Adrien de Riedmatten, den späteren Bischof von Sitten, für die Weinberge des Weilers Molignon oberhalb von Sitten betrifft. Mit über vier Jahrhunderten kontinuierlicher Präsenz gehört sie zu den am besten dokumentierten autochthonen Walliser Rebsorten. Genetisch konnten DNA-Analysen keine direkte Verwandtschaft mit anderen bekannten Rebsorten bestätigen: Die Petite Arvine ist eine Waisenvarietät, einzigartig in ihrer Art.
Die Wissenschaft hinter der Signatur
Die Noten von Grapefruit, Rhabarber und Ananas in der Nase — gefolgt von Passionsfrucht, Kiwi und Quitte am Gaumen — sind kein Zufall. Studien in der European Food Research and Technology (2005) und im American Journal of Enology and Viticulture führen dieses Aromaprofil auf das Thiol 3-Mercaptohexanol (3-MH) zurück, das in allen analysierten Petite-Arvine-Weinen in Konzentrationen von 210 bis 6'100 ng/L nachgewiesen wurde — weit über der olfaktorischen Wahrnehmungsschwelle. Eben dieses Molekül erklärt auch den leicht salzigen und jodhaltigen Abgang, das Markenzeichen der Sorte.
Eine Rebsorte, viele Ausdrücke
Die Petite Arvine wird trocken, halbtrocken oder lieblich ausgebaut — je nach Jahrgang und Können des Winzers. Die trockene Version — die verbreitetste — zeigt Aromen von Glyzinie und Grapefruit mit einem nervösen, salzigen Abgang. Die lieblichen Versionen, aus Spätlese oder getrockneter Trauben, entwickeln eine bemerkenswerte Extraktfülle und bewahren dabei die natürliche Säure der Sorte, Garant für Balance und Lagerfähigkeit.
Degustation
Die Petite Arvine aus Fully zeichnet sich durch ihre leicht bittere, salzige Finale aus — die Signatur der Rebsorte auf diesem Terroir. Im Bouquet kandierte Zitrusfrüchte, Honig und Ingwer. Am Gaumen eine lebhafte Säure, die den aromatischen Reichtum ausgleicht.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Petite Arvine?
Die Petite Arvine ist eine einheimische wallisische Weißweinrebsorte und emblematisch für den Schweizer Wallis. Sie ist an ihrer leicht salzigen Bitterkeit im Abgang erkennbar. Cave du Bonheur produziert sie auf Granitboden in Fully.
Warum ist die Petite Arvine aus Fully einzigartig?
Der Granitboden der Follatères in Fully ist eine Besonderheit im Wallis. Er verleiht der Petite Arvine eine mineralische Spannung und außergewöhnliche Frische. Der nachhaltige Weinbau mit Mondkalender von Isabelle Ançay verstärkt diesen einzigartigen Charakter noch.
Wozu passt die Petite Arvine?
Die Petite Arvine passt hervorragend zu Spargel, edlen Fischen (Seesaibling, Zander), gereiften Käsesorten und Meeresfrüchten. Ihre leichte Bitterkeit und Salzigkeit machen sie zu einem idealen Begleiter für Gerichte mit jodierten Aromen.
Seit wann wird Petite Arvine im Wallis angebaut?
Seit mindestens 1602 — das ist das Datum der ersten schriftlichen Erwähnung, in einem Pachtvertrag, der Adrien de Riedmatten, den späteren Bischof von Sitten, für die Weinberge des Weilers Molignon betrifft. Mit über vier Jahrhunderten dokumentierter Präsenz ist die Petite Arvine eine der historisch am besten belegten autochthonen Walliser Rebsorten.
Woher kommt der leicht salzige und jodhaltige Abgang der Petite Arvine?
Wissenschaftliche Analysen haben das Thiol 3-Mercaptohexanol (3-MH) als Hauptverantwortlichen für das markante Aromaprofil der Petite Arvine identifiziert — Grapefruit, Rhabarber, Ananas und dieser leicht salzige, jodhaltige Abgang. Diese Verbindung ist in allen analysierten Petite-Arvine-Weinen in Konzentrationen weit über der olfaktorischen Wahrnehmungsschwelle vorhanden.
Gibt es Petite Arvine auch als Süsswein?
Ja. Die Petite Arvine gibt es trocken (die häufigste Version), halbtrocken und lieblich — als Spätlese oder aus getrockneter Trauben. Die lieblichen Versionen entwickeln eine aussergewöhnliche Extraktfülle und bewahren dabei die natürliche Säure der Sorte, was ihnen ein hervorragendes Gleichgewicht und eine grosse Alterungsfähigkeit verleiht.