Aller au contenu principal

Mondphasen-Weinbau & Nachhaltig

Nachhaltiger Weinbau mit Mondkalender, authentisch und undogmatisch

Isabelle Ançay dans ses vignes à Fully

Nachhaltiger Weinbau, geleitet vom Mond

Seit 2004 richte ich meine Arbeit im Weinberg nach den Mondzyklen aus. Rebschnitt, Entblätterung, Weinlese und Abfüllung — alles wird nach den Mondphasen geplant. Eine jahrtausendealte Praxis, die die moderne Weinwirtschaft wieder entdeckt.

Dieser Ansatz ist keine dogmatische Zertifizierung. Ich bin nicht Demeter-, biodynamisch oder bio-zertifiziert. Es ist eine empirische und persönliche Überzeugung: Ich beobachte, passe an und vertraue meinem Terroir und meinen Reben.

Wie funktioniert es?

Der Mondkalender unterscheidet vier Tagestypen nach der Position des Mondes in den Tierkreissternbildern, die je einem der vier natürlichen Elemente zugeordnet sind: Feuer, Luft, Wasser oder Erde. Jeder Tagestyp weist auf geeignete — oder zu vermeidende — Arbeiten im Weinberg und im Keller hin.

In der Praxis: Der Schnitt wird an Früchte- oder Blütentagen geplant, um die Wundheilung zu fördern. Die Weinlese beginnt an Früchtetagen, um die Aromen bei der Ernte zu maximieren. Die Abfüllung folgt der gleichen Logik.

In der Praxis

Früchtetage ergeben aromatischere und ausdrucksstärkere Weine.

Die 4 Mondtag-Typen

Der Mond durchläuft die zwölf Tierkreissternbilder in rund 28 Tagen. Je nachdem, welche Konstellation er durchquert, planen Winzer, die dem Mondkalender folgen, ihre Arbeiten unterschiedlich — vom Rebschnitt bis zur Abfüllung.

Feuer

Früchtetage

Widder · Löwe · Schütze

Die besten Tage für Weinlese, Abfüllung und Verkostung. Der Wein zeigt sich offener, aromatischer und ausdrucksvoller.

Weinlese · Abfüllung · Verkostung

Luft

Blütentage

Zwillinge · Waage · Wassermann

Günstig für Rebschnitt und Laubarbeit. Schnittwunden heilen besser und sind weniger krankheitsanfällig.

Rebschnitt · Palissage · Geiztriebentfernung

Wasser

Blatttage

Krebs · Skorpion · Fische

Feuchtigkeit und Pilzkrankheiten sind stärker begünstigt. Diese Tage werden für empfindliche Eingriffe gemieden.

Empfindliche Eingriffe meiden

Erde

Wurzeltage

Stier · Jungfrau · Steinbock

Günstig für Bodenbearbeitung. Für Verkostungen ungeeignet — der Wein wirkt oft verschlossen und weniger ausdrucksstark.

Bodenarbeit · Verkostung meiden

Lune pleine — calendrier lunaire viticulture Cave du Bonheur

Das Rebenflechten

Eine alte Technik, die die Rebschere durch eine Handbewegung ersetzt.

Während die Rebschere die Triebspitzen mechanisch kürzt, besteht das Flechten darin, die Triebe um den Heftdraht zu wickeln — ohne die Spitze je zu schneiden. Diese Geste löst einen tiefgreifenden physiologischen Mechanismus aus: Indem die Triebspitze erhalten bleibt, bleibt die hormonelle Unterdrückung der Seitenknospen aktiv. Die Rebe entwickelt keine Geiztriebe mehr, und das Blätterdach wird zwei- bis dreimal dünner als beim Rognage.

Die Luft zirkuliert besser in den Reihen, die Feuchtigkeit in der Traubenzone nimmt ab, und der Druck durch Pilzkrankheiten geht zurück. Das Flechten folgt auch einer Logik der langfristigen Stockerhaltung: Durch das Vermeiden großer Wunden im alten Holz werden die Eintrittspforten für Holzkrankheitserreger — Eutypa, Esca — reduziert.

Der Nachteil ist real: Das Flechten ist vollständig manuell und zeitaufwendig. Die Vorteile variieren je nach Rebsorte, Terroir und Ausführungsgenauigkeit — fällt eine einzige Triebspitze nach unten oder wird abgeschnitten, ist der Effekt aufgehoben.

Sobald eine einzige Triebspitze abgeschnitten wird, sind alle Vorteile zunichte gemacht.

2–3×

dünneres Blätterdach

2 Jahre

um die Rebe neu zu kalibrieren

Das Granitboden-Terroir von Fully

Das Granitboden-Terroir der Follatères ist eine Besonderheit im Wallis. Dieser in der Schweiz seltene Boden verleiht den Weinen eine gespannte Mineralität, eine bemerkenswerte Frische und eine präzise aromatische Definition — auch in warmen Jahrgängen.

Meine Parzellen liegen auf 500 bis 700 Metern Höhe, volle Südausrichtung. Ein außergewöhnliches Mikroklima für anspruchsvolle Rebsorten wie Petite Arvine oder Sylvaner.

500–700 m

Höhenlage, Follatères

Granit

Granitboden

Fully

Wallis, Schweiz

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mondweinbau und Biodynamik?

Die Biodynamik (Demeter) ist eine Zertifizierung mit kodifizierten Praktiken (Präparationen 500, 501 usw.). Mein Ansatz ist persönlich und nicht zertifiziert: Ich nutze den Mondkalender zur Planung meiner Arbeit, ohne einem dogmatischen Protokoll zu folgen. Es ist empirisch und pragmatisch.

Hat der Mondkalender eine nachgewiesene Wirkung auf Wein?

Wissenschaftliche Studien werden noch diskutiert. In der Praxis beobachten viele Winzer und Sommeliers Unterschiede je nach Mondtagen. Ich vertraue zwanzig Jahren Erfahrung auf diesem Terroir, diesen Reben, diesem Boden.

Sind die Weine der Cave du Bonheur bio-zertifiziert?

Nein. Ich bin nicht bio-, biodynamisch oder Demeter-zertifiziert. Ich praktiziere nachhaltigen Weinbau: Minimierung der Betriebsmittel, Respekt vor dem Boden, manuelle Arbeit, geleitet von den Mondzyklen. Ein persönlicher und pragmatischer Ansatz.

Was ist ein Früchtetag und warum ist er für Verkostungen wichtig?

Im Mondkalender entsprechen Früchtetage den Perioden, in denen der Mond Feuersternbilder (Widder, Löwe, Schütze) durchquert. Der Wein zeigt sich dabei offener, aromatischer und ausdrucksvoller. An Wurzeltagen (Erdesternbilder: Stier, Jungfrau, Steinbock) gilt der Wein als verschlossener. Viele Winzer und Sommeliers planen wichtige Verkostungen bewusst auf Früchtetage.