Mondphasen-Weinbau & Nachhaltig
Nachhaltiger Weinbau mit Mondkalender, authentisch und undogmatisch

Nachhaltiger Weinbau, geleitet vom Mond
Seit 2004 richte ich meine Arbeit im Weinberg nach den Mondzyklen aus. Rebschnitt, Entblätterung, Weinlese und Abfüllung — alles wird nach den Mondphasen geplant. Eine jahrtausendealte Praxis, die die moderne Weinwirtschaft wieder entdeckt.
Dieser Ansatz ist keine dogmatische Zertifizierung. Ich bin nicht Demeter-, biodynamisch oder bio-zertifiziert. Es ist eine empirische und persönliche Überzeugung: Ich beobachte, passe an und vertraue meinem Terroir und meinen Reben.
Wie funktioniert es?
Der Mondkalender unterscheidet vier Tagestypen nach der Position des Mondes in den Tierkreissternbildern, die je einem der vier natürlichen Elemente zugeordnet sind: Feuer, Luft, Wasser oder Erde. Jeder Tagestyp weist auf geeignete — oder zu vermeidende — Arbeiten im Weinberg und im Keller hin.
In der Praxis: Der Schnitt wird an Früchte- oder Blütentagen geplant, um die Wundheilung zu fördern. Die Weinlese beginnt an Früchtetagen, um die Aromen bei der Ernte zu maximieren. Die Abfüllung folgt der gleichen Logik.
In der Praxis
Früchtetage ergeben aromatischere und ausdrucksstärkere Weine.
Die 4 Mondtag-Typen
Der Mond durchläuft die zwölf Tierkreissternbilder in rund 28 Tagen. Je nachdem, welche Konstellation er durchquert, planen Winzer, die dem Mondkalender folgen, ihre Arbeiten unterschiedlich — vom Rebschnitt bis zur Abfüllung.
Feuer
Früchtetage
Widder · Löwe · Schütze
Die besten Tage für Weinlese, Abfüllung und Verkostung. Der Wein zeigt sich offener, aromatischer und ausdrucksvoller.
Weinlese · Abfüllung · Verkostung
Luft
Blütentage
Zwillinge · Waage · Wassermann
Günstig für Rebschnitt und Laubarbeit. Schnittwunden heilen besser und sind weniger krankheitsanfällig.
Rebschnitt · Palissage · Geiztriebentfernung
Wasser
Blatttage
Krebs · Skorpion · Fische
Feuchtigkeit und Pilzkrankheiten sind stärker begünstigt. Diese Tage werden für empfindliche Eingriffe gemieden.
Empfindliche Eingriffe meiden
Erde
Wurzeltage
Stier · Jungfrau · Steinbock
Günstig für Bodenbearbeitung. Für Verkostungen ungeeignet — der Wein wirkt oft verschlossen und weniger ausdrucksstark.
Bodenarbeit · Verkostung meiden

Das Rebenflechten
Eine alte Technik, die die Rebschere durch eine Handbewegung ersetzt.
Während die Rebschere die Triebspitzen mechanisch kürzt, besteht das Flechten darin, die Triebe um den Heftdraht zu wickeln — ohne die Spitze je zu schneiden. Diese Geste löst einen tiefgreifenden physiologischen Mechanismus aus: Indem die Triebspitze erhalten bleibt, bleibt die hormonelle Unterdrückung der Seitenknospen aktiv. Die Rebe entwickelt keine Geiztriebe mehr, und das Blätterdach wird zwei- bis dreimal dünner als beim Rognage.
Die Luft zirkuliert besser in den Reihen, die Feuchtigkeit in der Traubenzone nimmt ab, und der Druck durch Pilzkrankheiten geht zurück. Das Flechten folgt auch einer Logik der langfristigen Stockerhaltung: Durch das Vermeiden großer Wunden im alten Holz werden die Eintrittspforten für Holzkrankheitserreger — Eutypa, Esca — reduziert.
Der Nachteil ist real: Das Flechten ist vollständig manuell und zeitaufwendig. Die Vorteile variieren je nach Rebsorte, Terroir und Ausführungsgenauigkeit — fällt eine einzige Triebspitze nach unten oder wird abgeschnitten, ist der Effekt aufgehoben.
Sobald eine einzige Triebspitze abgeschnitten wird, sind alle Vorteile zunichte gemacht.
2–3×
dünneres Blätterdach
2 Jahre
um die Rebe neu zu kalibrieren
Das Granitboden-Terroir von Fully
Das Granitboden-Terroir der Follatères ist eine Besonderheit im Wallis. Dieser in der Schweiz seltene Boden verleiht den Weinen eine gespannte Mineralität, eine bemerkenswerte Frische und eine präzise aromatische Definition — auch in warmen Jahrgängen.
Meine Parzellen liegen auf 500 bis 700 Metern Höhe, volle Südausrichtung. Ein außergewöhnliches Mikroklima für anspruchsvolle Rebsorten wie Petite Arvine oder Sylvaner.
500–700 m
Höhenlage, Follatères
Granit
Granitboden
Fully
Wallis, Schweiz
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Mondweinbau und Biodynamik?
Die Biodynamik (Demeter) ist eine Zertifizierung mit kodifizierten Praktiken (Präparationen 500, 501 usw.). Mein Ansatz ist persönlich und nicht zertifiziert: Ich nutze den Mondkalender zur Planung meiner Arbeit, ohne einem dogmatischen Protokoll zu folgen. Es ist empirisch und pragmatisch.
Hat der Mondkalender eine nachgewiesene Wirkung auf Wein?
Wissenschaftliche Studien werden noch diskutiert. In der Praxis beobachten viele Winzer und Sommeliers Unterschiede je nach Mondtagen. Ich vertraue zwanzig Jahren Erfahrung auf diesem Terroir, diesen Reben, diesem Boden.
Sind die Weine der Cave du Bonheur bio-zertifiziert?
Nein. Ich bin nicht bio-, biodynamisch oder Demeter-zertifiziert. Ich praktiziere nachhaltigen Weinbau: Minimierung der Betriebsmittel, Respekt vor dem Boden, manuelle Arbeit, geleitet von den Mondzyklen. Ein persönlicher und pragmatischer Ansatz.
Was ist ein Früchtetag und warum ist er für Verkostungen wichtig?
Im Mondkalender entsprechen Früchtetage den Perioden, in denen der Mond Feuersternbilder (Widder, Löwe, Schütze) durchquert. Der Wein zeigt sich dabei offener, aromatischer und ausdrucksvoller. An Wurzeltagen (Erdesternbilder: Stier, Jungfrau, Steinbock) gilt der Wein als verschlossener. Viele Winzer und Sommeliers planen wichtige Verkostungen bewusst auf Früchtetage.